DE Theologische Fakultät Fulda (DE) _ Forschungseinrichtungen _ Institut Bibliotheca Fuldensis

Forschungs­einrichtungen

Institut Bibliotheca Fuldensis

Geschichte und Zielsetzungen

Das Institut Bibliotheca Fuldensis an der Theologischen Fakultät Fulda geht auf die Initiative des Philosophen und Mediävisten Prof. Dr. Gangolf Schrimpf (1935–2001) zurück. Es widmet sich der Erforschung der alten und bedeutenden mittelalterlichen Bibliothek des Klosters Fulda, die im dreißigjährigen Krieg verschleppt, zerstreut und zu großen Teilen zerstört wurde. Seit Beginn der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde dafür eine umfangreiche Dokumentation zu den erhaltenen Handschriften und Handschriftenfragmenten angelegt.

Zugleich konnte eine reichhaltige Spezialbibliothek aufgebaut werden. Bereits seit den ersten Projektjahren widmete sich Gangolf Schrimpf in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Bibliotheca Fuldensis und anderen Wissenschaftlern wichtigen Forschungsdesiderata. So konnte etwa 1992 die Erstedition des in Basel überlieferten Bücherverzeichnisses des Klosters Fulda aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert vorgelegt werden. Der Förderkreis der Theologischen Fakultät Fulda ermöglichte es zudem, dass die erhaltenen Handschriften und Fragmente der ehemals umfangreichen Bibliothek fast ausnahmslos in hochwertigen Reproduktionen wieder vor Ort gesammelt werden konnten. Durch diese physische Rekonstruktion ist zugleich ein Arbeitsinstrument für weitere Forschungen etwa aus dem Bereich der Paläographie oder Philologie entstanden, zu deren Nutzung das Institut Forscher aus aller Welt ermuntern und einladen möchte.

Der wissenschaftliche Arbeitskreis Bibliotheca Fuldensis trifft sich in regelmäßigen Sitzungen. Wenn Sie Interesse an einer aktiven Mitwirkung am Arbeitskreis haben, setzen Sie sich bitte mit dem Leiter oder dem Koordinator des Institutes in Verbindung.

Personen & Ansprechpartner

Institut Bibliotheca Fuldensis
Eduard-Schick-Platz 2
T 0661 87-539
F 0661 87-550
E bibliothecafuldensis@thf-fulda.de
www.bibliotheca-fuldensis.de

Benutzung nach Voranmeldung während der Öffnungszeiten der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars.

Leitung:
Dr. Johannes Staub
T 0661 - 50076546
E staub@thf-fulda.de

Koordination:
Rudolf Henkel
T 06656 - 504722

Wissenschaftlicher Beirat:
Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris
(LMU München)
Bibliotheksdirektor a. D. Dr.
Berthold Jäger (Fulda)
Prof. Dr. Theo Kölzer
(Universität Bonn)

Vorsitzender:
Prof. Dr. Bernd Dennemarck

stellv. Vorsitzender:
Reiner Görg

Vorstand:
Prof. Dr. Bernd Goebel
Prof. Dr. Notker Baumann
Dr. Berthold Jäger (stv. Vorsitzender)
Edeltraud Kübler (Schriftführerin)
Oberbürgermeister a. D.
Gerhard Möller
Reinhold Weber

Fellows: 2019 Johanna Jebe (Eberhard-Karls-Universität Tübingen),
2019 Dr. Benjamin Pohl (University of Bristol)

 

Projekte

Gemeinsam mit der Virtuellen Handschriftenbibliothek der Schweiz e-codices betreibt das Institut in dem Teilprojekt Codices Fuldenses Helvetiae die Digitalisierung und Erschließung aller heute in der Schweiz liegenden Codices aus der ehemaligen Bibliothek oder dem Skriptorium des Klosters Fulda.

In einem ähnlichen Projekt werden in Kooperation mit dem. Staatsarchiv Marburg alle dort befindlichen Handschriftenfragmente der Zeit bis ca. 1100 erschlossen und digitalisiert (insbesondere die Signaturengruppe Hr [= Handschriftenreste]) 1–6).

Unter den bearbeiteten Fragmenten befindet sich auch eine Anzahl von Stücken, die der Forschung bisher noch nicht bekannt waren. Ein erheblicher Anteil der in Marburg verwahrten frühen Handschriftenreste wird dem Skriptorium des Klosters Fulda zugewiesen, meist dürfte es sich gleichzeitig um Codices der ehemaligen Fuldaer Bibliothek handeln. Ziel des Institutes Bibliotheca Fuldensis ist es, die erhaltenen Codices aus Bibliothek und Skriptorium des Klosters Fulda nachzuweisen und in einer verteilten virtuellen Rekonstruktion mit den im Netz zugänglichen Digitalisaten, Beschreibungen u. a. m. verknüpfen.

Publikationen

Aus der Arbeit des Institutes und des Arbeitskreises Bibliotheca Fuldensis
(Auswahl)

Mittelalterliche Bücherverzeichnisse des Klosters Fulda und andere Beiträge zur Geschichte der Bibliothek des Klosters Fulda im Mittelalter,
hg. v. Gangolf SCHRIMPF in Zusammenarbeit mit Josef LEINWEBER (†) und Thomas MARTIN, Frankfurt a. M. 1992 (Fuldaer Studien 4).

Klaus GUGEL: Welche erhaltenen mittelalterlichen Handschriften dürfen der Bibliothek des Klosters Fulda zugerechnet werden?
Teil I: Die Handschriften; Teil II: Die Fragmente aus Handschriften, Frankfurt a. M. 1995-1996 (Fuldaer Hochschulschriften 23a-b).

Kloster Fulda in der Welt der Karolinger und Ottonen,
hg. v. Gangolf SCHRIMPF, Frankfurt a. M. 1996 (Fuldaer Studien 7).

Hrabanus Maurus in Fulda. Mit einer Hrabanus Maurus-Bibliographie (1979-2009),
hg. v. Marc-Aeilko ARIS – Susana BULLIDO DEL BARRIO, Frankfurt a. Main 2010
(Fuldaer Studien 13).

Weiterlesen

Marc-Aeilko ARIS - Regina PÜTZ: Bibliotheca Fuldensis. Ausgewählte Handschriften und Handschriftenfragmente aus der mittelalterlichen Bibliothek des Klosters Fulda,
Fulda 2010 (Dokumentationen zur Stadtgeschichte 29).

Marc-Aeilko ARIS - Regina PÜTZ: Art. „Fulda, Bibliotheksgeschichte“, in: Friedhelm Jürgensmeier, Franziskus Büll, Regina E. Schwerdtfeger (Hgg.), Die benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Hessen,
St. Ottilien 2004 (Germania Benedictina 7), S. 341-349.

Regina PÜTZ: „Das Projekt Rekonstruktion der Bibliotheca Fuldensis“,
Jahrbuch für mitteldeutsche Kirchen- und Ordensgeschichte 6 (2010) 213-223.

Thomas MARTIN: „Gregors Moralia in der Fuldaer Klosterbibliothek“, , "Der Weise lese und erweitere sein Wissen". Beiträge zu Geschichte und Theologie .
Festgabe für Berthold JÄGER zum 65. Geburtstag, ed. Thomas HEILER — ALESSANDRA SORBELLO STAUB — Bernd WILLMES, Freiburg i. Br. 2013, p. p. 216-227.

Alessandra SORBELLO STAUB, „Ein unbekanntes Boethius-Fragment aus der Sammlung der Priesterseminarbibliothek Fulda“,
ibid. p. 316-326.


Aus Fuldischen Handschriften:

Klaus GUGEL: „Aus fuldischen Handschriften. Ein bisher unbekanntes Fragment aus einer Fuldaer Handschrift des frühen 9. Jahrhunderts“,
Fuldaer Geschichtsblätter 67 (1991) 65-79.

Gisela FRISCH: „Zwei liturgische Fragmente des neunten Jahrhunderts in einer ehemals fuldischen Handschrift“,
Fuldaer Geschichtsblätter 69 (1993) 141-161. Marc-Aeilko ARIS –

Gangolf SCHRIMPF: „Aus fuldischen Handschriften: Die Fragmente 132,2 und 139,2 im Nachlaß der Brüder Grimm“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 48 (1996) 241-283.

Marc-Aeilko ARIS: „Aus fuldischen Handschriften: Das Fragment eines Hoheliedkommentars im Staatsarchiv Marburg (Marburg, Hessisches Staatsarchiv Hr. 2, 11)“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 49 (1997) 379-392.

Weiterlesen

Martin FRÜH: „Aus fuldischen Handschriften: Fragment einer Terenz-Handschrift mit Scholien (Marburg, Hessisches Staatsarchiv Hr. 6,10)“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 50 (1998) 461-489.

Karin BREDEHORN: „Aus fuldischen Handschriften: Codex Waldeccensis. Fragmente einer griechisch-lateinischen Bibelhandschrift (olim Arolsen-Mengeringhausen, Stadtarchiv s.n.; Marburg, Hessisches Staatsarchiv Best. 147 Hr 2,2)“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 51 (1999) 455-514.

Marc-Aeilko ARIS: „Aus fuldischen Handschriften: Fragment einer Sidonius-Handschrift (Marburg, Hessisches Staatsarchiv, Hr 4,15)“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 52 (2000) 391-400.

Thomas MARTIN – Gangolf SCHRIMPF: „Aus fuldischen Handschriften: Fragmente aus einer Handschrift der lateinischen Antiquitates Judaicae des Flavius Josephus (Marburg, Hessisches Staatsarchiv, Hr 2,5a-c)“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 53 (2001) 447-522.

Marc-Aeilko ARIS: „Aus fuldischen Handschriften: Fragment einer Cyprian-Handschrift (Marburg, Hessisches Staatsarchiv Hr. 1, 1)“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 54 (2002) 477-488.

Marc-Aeilko ARIS – Gangolf SCHRIMPF: „Aus Fuldischen Handschriften: Glossen zu Martianus Capella (Marburg, Hessisches Staatsarchiv, Hr 4,24a-c)“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 55 (2003) 439-464.

Holger HERMANN: „Aus fuldischen Handschriften: Fragmente einer Hieronymus-Handschrift (Kassel, Landeskirchliches Archiv, Pfarrarchiv Allendorf Nr. 1)“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 56 (2004) 417-431.

Marc-Aeilko ARIS: „Aus fuldischen Handschriften: Fragment einer Eucherius-Handschrift (Marburg, Hess. Staatsarchiv, Hr 2,2)“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 57 (2005) 453-463.

Rudolf HENKEL: „Aus fuldischen Handschriften: Hoc nostri libri non habent ... ein Rostocker Sallust-Codex (UB Rostock Mss. philol. 27)“,
Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 65 (2013) 413-444.

Thomas MARTIN: „Gregors Moralia in der Fuldaer Klosterbibliothek“, , "Der Weise lese und erweitere sein Wissen". Beiträge zu Geschichte und Theologie.
Festgabe für Berthold JÄGER zum 65. Geburtstag, ed. Thomas HEILER — ALESSANDRA SORBELLO STAUB — Bernd WILLMES, Freiburg i. Br. 2013, p. p. 216-227.

Alessandra SORBELLO STAUB, „Ein unbekanntes Boethius-Fragment aus der Sammlung der Priesterseminarbibliothek Fulda“,
ibid. p. 316-326.

Aktuelles

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Fellowship

Fellows waren bisher:

2013 Prof. Dr. Michael I. Allen (University of Chicago)

2014 Dr. Helen Imhoff (Dublin IAS, Hann. Münden)

2015 Dr. Christoph Galle (Universität Marburg)

2015 Dr. Gabriele Sarti (Università Cattolica del Sacro Cuore Milano)

2016 Dr. Antoni Grabowski (Universität Warszawa)

Den gütigen Ausschreibungstext des Gangolf Schrimpf Visiting Fellowship des Förderkreises der Theologischen Fakultät Fulda e. V. finden sie hier

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