Sammlung Lioba Munz

Mittelalterliche Buchkunst als Quelle moderner Kunst. Neue Ausstellung in der Bibliothek am Dom zeigt Faksimiles aus der Sammlung Lioba Munz

Mittelalterliche Prachthandschriften und moderne Goldschmiedekunst treffen im September in der Bibliothek am Dom aufeinander. Vom 1. bis 30. September zeigt die Bibliothek ausgewählte Faksimiles aus der Sammlung der Benediktinerin und Goldschmiedin Lioba Munz (1913–1997).


Lioba Munz zählt zu den bedeutenden Vertreterinnen der modernen Goldschmiedekunst im kirchlichen Kontext. Als Benediktinerin verband sie klösterliche Spiritualität mit handwerklicher Präzision und einer eigenständigen, zeitgemäßen Formensprache. Wichtige Anregungen fand sie dabei in der Buchmalerei des Mittelalters und der Spätantike. Im Laufe ihres Lebens trug Munz eine umfangreiche Sammlung von Faksimiles zusammen. Die hochwertigen Reproduktionen ermöglichten ihr die intensive Beschäftigung mit Handschriften, deren Originale heute in Bibliotheken und Museen in ganz Europa bewahrt werden. Die Faksimiles waren für Lioba Munz weit mehr als historische Vorlagen: Sie studierte Formen, Farben und Kompositionen und entwickelte daraus eine eigene künstlerische Sprache. Gezeigt werden sowohl Reproduktionen bedeutender Zeugnisse der früh- und hochmittelalterlichen Buchmalerei, darunter karolingische und ottonische Prachthandschriften sowie wichtiger Fuldaer Handschriften als auch einige Goldschmidarbeiten.  Die Ausstellung bietet damit einen Einblick in die außergewöhnliche Sammlung und zugleich in die Inspirationsquellen einer Künstlerin, deren Werk weit über Fulda hinaus Beachtung gefunden hat.


Ein besonderes Begleitprogramm erwartet die Besucher am 28. September, dem Gedenktag der heiligen Lioba. Dr. Wolfgang Hartmann, Ordensreferent, spricht in einem Impulsbeitrag unter dem Titel „Was in uns ist, wird Bild – Gedanken über das Betrachten und Gestalten“ über Wahrnehmung, künstlerisches Schaffen und die Entstehung von Bildern.


Die Ausstellung ist Teil des Veranstaltungsprogramms der Bibliothek zum Jubiläumsjahr der Gründung der Abtei St. Maria. Den Abschluss des Jubiläumsprogramms bildet ein Studientag zur Geschichte der Abtei am 22. Oktober 2026 im Haus der Kirche, den die Bibliothek in Kooperation mit dem Fuldaer Geschichtsverein veranstaltet.


Die Ausstellung ist bis zum 30 September 2026 zu den Öffnungszeiten der Bibliothek zu sehen: (Mo–Mi 9–16 Uhr, Do 9–18 Uhr, Fr 9–15 Uhr). Führungen sowie Sonderöffnungen können gerne per Mail oder telefonisch vereinbart werden. Der Eintritt ist frei.

Für weitere Informationen: 0661/87-531 bzw. Email: info-bibliothek@thf-fulda.de

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