Vorstellung des neuen Buches von Prof. Dr. Christoph Gregor Müller am 17. Januar 2023

Prof. Dr. Christoph Gregor Müller stellt nach etwa 15 Jahren intensiver Forschungsarbeit seinen neuen Kommentar zum Ersten Petrusbrief in der renommierten Reihe „Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament“ vor.

Zur Vorstellung des Kommentars lädt die Theologische Fakultät alle Interessierten herzlich ein: am 17. Januar 2023 um 19.30 Uhr im Auditorium maximum der Fakultät, Eduard-Schick-Platz 2, 36037 Fulda.

Christusgläubige, Kirchen und Gemeinden der Gegenwart nehmen sich zunehmend in einer Minderheitensituation wahr. Diese Selbstwahrnehmung kann auch als Einladung verstanden werden, sich intensiver mit der Lektüre des Ersten Petrusbriefes zu beschäftigen, der sich in der exegetischen Forschung der letzten Jahrzehnte von einem Randthema zu einem Forschungsschwerpunkt entwickelt hat. Dieses Schreiben kann in besonderer Weise dienlich sein, Selbstvergewisserung und Identitätsentwicklung derer zu befördern, die heute „in den Fußspuren Christi“ (vgl. 1 Petr 2,21) zu gehen versuchen.

Mit seiner nüchternen Selbsteinschätzung der vorläufigen Befindlichkeit von Christusgläubigen in dieser Zeit und ihrer theologischen Deutung war das Schreiben immer wieder eine Hilfe, die eigene – zuweilen in besonderer Weise herausfordernde – Situation anzunehmen und konstruktiv zu bewältigen. Der Brief will die einzelnen Christen wie auch die Gemeinden (so klein sie auch sein mögen) – ermutigen und bestärken, vor allem auch dadurch, dass er identitätsstiftende Angebote bereitgestellt. Er ermutigt, die Minderheiten-Situation und Fremdheitserfahrungen anzunehmen und gleichzeitig der Gesellschaft aufgeschlossen zu begegnen, vor allem aber, gesprächsbereit zu bleiben – durchaus auch über die Inhalte ihres Glaubens und die daraus erwachsende Lebenspraxis.

Der vorliegende Kommentar erscheint 43 Jahre nach dem von Norbert Brox vorgelegten EKK-Band (1979) und nimmt - im Anschluss an dieses bahnbrechende Werk - die internationale Forschung der vergangenen Jahrzehnte auf, wobei neben der philologischen Arbeit Perspektiven der Sozialgeschichte, der Metaphern-Forschung und der Wirkungsgeschichte besondere Aufmerksamkeit erfahren.

Der Kommentar möchte sich in erster Linie am wissenschaftlichen Diskurs zu diesem Schreiben beteiligen, das in den vergangenen 40 Jahren deutlich aus seinem „Schattendasein“ in ein neues Licht getreten ist; er richtet sich damit an Kolleginnen und Kollegen, Studierende und an alle, die aufgeschlossen sind für die Fragen einer verantworteten, wissenschaftlichen Bibelauslegung.

Da die Fragen der Identitätsbildung "in den Fußspuren Christi" eine maßgebliche Rolle im 1 Petr spielen, möchte Müller auch Menschen ansprechen, die im Blick auf solche Fragen in den Kirchen und Gemeinden der von uns erlebten Gegenwart - mit alle ihren Herausforderungen - besondere Verantwortung tragen. Nicht zuletzt sind auch die aufmerksamen und wachen Einzelnen im Blick, die sich in ihrem Denken und Leben vom lebendigen Wort Gottes (vgl. 1 Petr 1,25) formen lassen.

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